Am Ende der Welt…
…wo Europa aufhört


Der öffentliche Raum ist ein Erprobungsfeld. Er sollte besetzt, benutzt und belebt werden. Normalerweise dient der Raum der reinen Überquerung, nur gelegentlich lädt er auch mal zum Verweilen ein.
Selten benutzt man den Raum, um sich in ihm zu definieren. Am ehesten definiert der Raum die eigene Handlung. So bewegt man sich durch dessen Infrastruktur und Geografie nach einem vorbestimmten kartographischen Plan. Straßen, Plätze, Schienennetze, Architektur bestimmen unsere Bewegung durch den Raum. Sie bilden, lenken, leiten den Strom der Menschen. Sich quer dazu zu bewegen ist fast unmöglich. Die Benutzung ist streng reglementiert. Einkaufshallen, Bahnhöfe, Märkte, Wohnungen prägen unsere Wahrnehmung in der Stadt.
Stets müssen wir uns an ihre Gesetzmäßigkeiten anpassen. Müssen mal schneller gehen, mal langsamer, müssen warten, dürfen dies und jenes nicht tun, müssen achtsam sein. Uns scheint es, dass das prägende Moment im öffentlichen Raum die Fremdbestimmung ist.
Das Gesetzt des öffentlichen Rechts, das die Organisation des öffentlichen Raums, des Raums an sich, der von jedem begangen und benutzt werden kann, versagt an Orten, an denen Konzerne ihre Hallen für die Öffentlichkeit geöffnet haben. Dort herrschen modifizierte Gesetztmäßigkeiten: Aspekte des Aussehens fangen an, eine Rolle zu spielen.
Die Egalität des öffentlichen Rechts, nach der jeder vor dem Gesetz gleich ist, versagt. Ausgegrenzt werden diejenigen, die einem vorgeprägten Kodex zuwiderlaufen. Dazu gehören Kleidung, Hautfarbe, sozialer Status, Benehmen, Geld. In den privatisierten Räumen herrscht Ausnahmezustand. Diese Entwicklung radikalisiert sich im zunehmenden Maße.
Die privatisierten Flächen dehnen sich aus. Der Staat, der die Rechte jedes einzelnen garantieren sollte versagt. Der Raum, der allen offen stehen sollte, wird begrenzt. So jedenfalls lässt sich die Entwicklung in den Stadtzentren beschreiben. Begrenzung der Beweglichkeit, stärke Reglementierung, Reizüberflutung, Selbstverlust. An den Peripherien bildet sich der Kontrapunkte dieses Prozesses. Stillgelegte Industriehallen laden zum verweilen ein, freistehende Räume bieten Anreizflächen für eigene Träume. Lagerstätten reizen die Neugierde.
Berlin ist ein spannendes Gemisch aus beiden Polen: hier Reizüberflutung, dort Stillstand, Strom auf der einen Seite, kontemplatives Verweilen auf der Anderen.
Wir, Leon Xomsky, Timo Klöppel und Fiete Stolte setzten mit unseren Projekten an dieser Schnittstelle an. Wir arbeiten an Projekten, die Orte vielschichtig erfahrbar machen und stets eine Alternative aufzeigen.
Der Europark “Reval” ist ein Projekt, das sich stark mit dem öffentlichen Raum auseinandersetzt. Ein stillgelegter Platz, zur Veräußerung freigegeben wird “besetzt” und bebaut. Um den Platz zu beleben werden Musiker und Freunde eingeladen. Ein absurder Moment entsteht: Der Platz, verlassen und dem Bausschutt überlassen, wird plötzlich zum Sammelbecken eines spontanen Events.
Aus Europaletten wird ein großes begehbares Gebäude gebaut. Das Gebäude scheint voller Überraschungen. Der Keller ist zur Bühne umfunktioniert, in dem gerade mal drei Musiker Platz finden. Platz für das Publikum bleibt da nicht. Ein dunkler Raum über der “Bühne” lädt zum verweilen und das Dach zum Ausblick auf die Skyline von Berlin ein. Die unterschiedlichen Ebenen sind jeweils über Aufgänge zu erreichen, die aus riesigen Palettenstapeln bestehen. Wie ein Hochhaus ragt das Gebäude über den eigenen Kopf. Wer mutig ist kann an der Seite hochklettern um auf das Dach zu kommen.
King Kong lässt grüßen.

Bald gibt es ein schönes, neues online-Wörterbuch namens dicto.org.
Und Ausländer, die deutsch lernen wollen, können sich auf ein ganz besonderes Feature freuen. Aber das verrate ich noch nicht.
dicto.org wird ausgiebigen, aber bedachten Gebrauch von XMLHttpRequest machen, auch als AJAX bekannt.
dicto.org wird in einer schnellen, intuitiven Oberfläche bequemen Zugang zur Sprache erschliessen.
dicto.org wird vorerst in deutsch-portugiesisch erscheinen. Es ist aber durchaus geplant, weitere Sprachen anzubieten. Natürlich Englisch und Französisch.
dicto.org wird natürlich mit Ruby on Rails entwickelt.
So, jetzt ist es soweit!
Vor einem 3/4 Jahr habe ich geträumt, es gäbe Typo4 und ich plage mich noch mit Typo3 ab.
Das war furchtbar.
Seither steht mir Typo4 für ein Websystem, welches ich tiefgreifender selbst erweitern kann als Typo3, ohne mich mit der unmenschlichen Syntax des in Typo3 verwendeten Codes herumschlagen zu müssen, ohne in eine chaotische Konfigurationssprache wie TypoScript einzudringen, ohne um den ganzen Ballast herum den erzeugten html-Code erst umständlich freischaufeln und säubern zu müssen.
Warum als Programmierer ein Programm umständlichst konfigurieren, wo man doch seine Sprache spricht?
Aber welche Sprache will ich sprechen? Als Alltagssprache? Ich programmiere seit langem Atmels AVR-RISC-Microkontroller und zwar sowohl in C als auch in Basic. Warum kann man nicht die Vorzüge des abstrakten, klaren Basic mit der Vielseitigkeit von C kombinieren, zu einer gut lesbaren, objektorientierten Sprache?
Dann kam neulich, vor ein oder zwei Monaten Ruby auf mich zu und verknüpft mit so vortrefflicher Brillianz die wesentlichen Merkmale guter Sprachen, sodass ich wie vom Blitz getroffen freudig in seine Materie drang.
Und um so überraschter war ich, als Ruby Räder bekam, mit einem Framework, dessen Klarheit und Konsistenz mir die Besinnung raubte.
Also eifrig mein CMS gebaut, Typo gefunden, Typo erweitert und angepasst.
Typo’s nächster Meilenstein ist 4.
Hier läuft diese bereits sehr ausgereifte Entwicklerversion.
Ich bin bei Typo4 angekommen.
Nun läuft dieser Weblog mit WordPress. Weil WordPress einfach zu gut ist.